Rechtsanwalt Karl Engels Strafverteidigung
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Geht man von dem Gedanken aus, daß die Tage und Nächte, welche der zum ersten male Verurteilte in dem Gefängnisse zubringt, zusammengeworfen mit grau gewordenen Verbrechern, ohne Beschäftigung und ohne Aussicht, in zahlreichen, ja in den meisten Fällen entscheidend sind für ein späteres Leben; daß sein Ehrgefühl, die Scheu vor der Strafe vernichtet ist; daß die erste kurze Freiheitsstrafe nur die erste Stufe ist, die zum Rückfall und durch diesen zum unverbesserlichen Gewohnheitsverbrechertum führt; ist man sich klar darüber, daß auch die kurze Freiheitsstrafe nicht bessert oder abschreckt, sondern nur abstumpft und die stärkere Triebfeder knickt, welche vor der Verbrecherlaufbahn zurückhält, die Achtung vor sich selbst - dann liegt die Schlußfolgerung nahe genug, daß es sich empfehlen müsste, dem Erstverurteilten eine Frist zu gewähren, ehe die Gesellschaft ihn preisgibt, noch einmal sein Schicksal ihm in seine eigene Hand zu legen, damit er sich zu bewähren, sich zu retten in der Lage ist.

Franz von Liszt (1851-1919)
Weltweit werden an mehr als 10 Millionen Menschen Freiheitsstrafen vollstreckt, knapp ein Viertel davon in den USA (ca. 750 Strafgefangene auf 100.000 Einwohner).

Ca. 67.500 Männer und Frauen befanden sich im Jahr 2012 als Strafgefangene oder Sicherungsverwahrte in deutschen Gefängnissen, die "Gefangenenrate" lag mit weniger als 100 Strafgefangenen pro 100.000 Einwohnern (unter 0,1%) im europäischen Vergleich im unteren Mittelfeld.